03.05.2017

Handwerkskunst in Partenkirchen – Gegenbesuch bei Wirtschaftsjunior

Linus Kässer (Mitte) zusammen mit Dr. Thomas Gambke (rechts) und Mitarbeitern aus dem Büro des Bundestagsabgeordneten

Am Beginn stand die Führung durch den Betrieb, mit Verkaufsraum, Büro- und Lagerräumen und der gläsernen Manufaktur. Seit 2009 hat der Betrieb seine Räume in der historischen Ludwigstraße im Ortsteil Partenkirchen.

In der anschließenden Gesprächsrunde wurde die Bedeutung von Handwerksbetrieben gerade auch als Touristenattraktion angesprochen. Ein Thema, das besonders dem Senior-Chef Franz Kässer am Herzen liegt. Mit der Möglichkeit, durch eine riesige Glaswand vom Verkaufsraum (fast) die gesamte Produktion zu überblicken, wird Handwerk Kunden und Besuchern näher gebracht. Das schafft nicht nur  Vertrauen und damit Kundenbindung sondern zeigt auch, wie stark das Handwerk in der Bürgerschaft verwurzelt ist. Gambke zeigte sich beeindruckt von der Innovationsfreude und dem Engagement bei Vermarktung und Transparenz: Mit dem von den Chocolatiers initierten Projekt„Lebendige Werkstatt: Partenkirchen“ (http://www.partenkirchen-erleben.de/lebendige-werkstatt.php) will man nicht nur ganz allgemein das Handwerk näher an die Bürgerinnen und Bürger bringen sondern auch im Wettbewerb Partenkirchen gegenüber dem heute bekannteren und belebteren Garmisch attraktiver machen. 

Daneben wurden weiter aktuelle Entwicklungen im Betrieb besprochen. Erkennbar in vielen Einzelheiten eine starke Sozialbindung aller Beschäftigten im Betrieb. „Was oft vernachlässigt wird: Arbeit ist auch eine soziale Veranstaltung“, so Gambkes Kommentar. „Man verbringt regelmäßig rund acht Arbeitsstunden zusammen - umso wichtiger ist es, auf die Belange des einzelnen Beschäftigten einzugehen.“ Diese lebt Familie Kässer als Arbeitgeber beispielhaft vor. Dazu ist der Betrieb aktive in die Integration von Flüchtlingen eingebunden: Seit geraumer Zeit arbeitet ein junger Flüchtling zur vollsten Zufriedenheit mit hohem Einsatzwillen und Lernbegeisterung in der Chocolaterie. Die durchaus vorhandenen Schwierigkeiten bei der Integration im Betrieb sind ausschließlich mit unverständlichen und unsinnigen Auflagen und Regelungen der Behörden verbunden. So wurde der Wohnort des Flüchtlings in ein 20 km entferntes Örtchen verlegt, dies hätte bedeutet, dass er seine Arbeitsstellen nicht mehr erreichen kann. Immer wieder muss Herr Kässer bei den Behörden vorstellig werden, um vernünftige Regelungen zu erreichen oder schlicht auch nur Hilfestellungen  bei bürokratischen Vorgängen zu leisten.

Auch die Rolle des Handwerks in der deutschen Arbeits- und Ausbildungslandschaft war Thema. Linus Kässer vermisst die gesellschaftliche Anerkennung für Ausbildungsberufe insbesondere für das Lebensmittelhandwerk. Man war sich einig, dass Bildung der richtige Ansatzpunkt eine stärkere Sensibilisierung für diese Bereiche ist. Gambke ergänzte „Das Handwerk ist besonders in ländlichen Regionen ein wichtiger Wirtschaftszweig. Es stärkt die regionalen Wertschöpfungsketten und sichert Arbeitsplätze vor Ort. Hierfür gilt es ein Verständnis zu schaffen, bereits in den Schulen.“

Ein weiteres Thema war die nach Aussage von Herrn Kässer unkooperative Zusammenarbeit mit den Behörden. So seien Auflagen nicht durch den Rechtsrahmen verbindlich sondern oft in das Ermessen der jeweiligen Sachbearbeiter in den Behörden gestellt. Wenn dieser wechsele, sei man mit anderen Entscheidungen konfrontiert. Beispiel: Aufgrund von Auflagen sei für rund 30.000 Euro eine Brandschutzdecke in die bestehenden Räume eingezogen worden - diese wurde dann aber vom Nachfolger des Sachbearbeiters als „nicht notwendig“ bezeichnet. Noch schlimmer seien allerding „Nicht-Entscheidungen“ - dies verzögere oft notwendige bauliche und auch andere Veränderungen - so die Klage von Herrn Kässer. Durch den nicht vorhandenen Wettbewerb („ich kann und will ja meinen Betrieb nicht in den Nachbarort verlegen, zumal ich dann vielleicht auch nur vom Regen in die Traufe komme“) wären die Verwaltungsvorgänge oft sehr bremsend für  eine gedeihliche Entwicklung des Geschäftes. 

Zum Abschluss stand das Kerngeschäft der Chocolaterie im Zentrum: Schokolade. In der Manufaktur kreierten und produzierten Thomas Gambke und Mitarbeiter seines Büros zwei Sorten von Pralinen. Die Grundzutaten – Glukose, Kakaopulver und Kakaobutter - wurden vermengt mit Rum- bzw. Schwarzer Johannisbeere in die Pralinenform gespritzt. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Doch an die „Pralinen des Monats“ des Konditormeisters, die es daneben z.B. in den Sorten Balsamico oder „Karamellisierte Kondensmilch mit weißem Pfeffer“ zu probieren gab, kamen sie nicht heran. 

Nach einer kurzen Einkaufsrunde durch den Verkaufsraum gut eingedeckt, dankten Gambke und seine Mitarbeiter Familie Kässer und dem Team der Chocolaterie für die süße Gastfreundschaft und die spannenden Einblicke.

Kontakt

Thomas Gambke steht vor den Türschildern seines Wahlkreisbüros in Landshut
Wahlkreisbüro

Dr. Thomas Gambke, MdB
Regierungsstraße  545
84028 Landshut

Tel: 0871 – 430 37 54
Fax: 0871 – 276 332 24
Email: thomas.gambke.ma04@bundestag.de