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Schwerpunkte für 2010 und 2011
Die Finanzkrise macht es klar: Wir brauchen eine tief greifende Änderung unseres Verständnis von Wirtschaftspolitik. Dabei ist wichtig: Wirtschaftspolitik dürfen wir nicht den Professoren in volkswirtschaftlichen Seminaren überlassen, denn diese handeln und beraten uns mit dem Grundsatz: Wie muss sich der Mensch verhalten, damit Wirtschaft funktioniert. Diesen Satz müssen wir umdrehen und fragen: Wie müssen wir Wirtschaft organisieren, damit sie dem Menschen dient?
Dabei wollen wir uns im LAK mit folgenden Themen auseinandersetzen:
Grundeinkommen, Grundsicherung
Die anhaltende Diskussion über das Grundeinkommen soll im LAK weitergeführt werden. Es wurden bereits Ansätze dieses Instruments wie Kindergrundsicherung und Garantierente in das Bundestagswahlprogramm übernommen. Dabei ist die Finanzierung dieser Vorstellungen (Steuern) zu präziseren. Wir stellen auch die Frage ob das ausreicht oder ob mehr umgesetzt werden sollte und es wie ein tragfähiges Konzept zur vollständigen Umsetzung aussehen kann.
Ökologische Ausrichtung der Wirtschaft
Ein grüner Neuer Gesellschaftsvertrag bedeutet, dass Ökonomie, Ökologie und soziale Gerechtigkeit nicht mehr gegeneinander ausgespielt werden dürfen. Wir wollen eine soziale und ökologische Wirtschaftsordnung. Wir wollen anhand konkreter Beispiele Handlungsfelder aufzeigen. Zum Beispiel das Thema Ökosteuer und Ökobonus. Zum Beispiel fossile Energie für Großverbraucher teurer und nicht billiger machen. Zum Beispiel die energetische Sanierung von Altbauten verpflichtend machen (und ggf. fördern).
Frauen (Lohngerechtigkeit und mehr)
Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist für uns eine grundsätzliche Frage der Demokratie. Die immer noch bestehende Lohnungerechtigkeit ist genauso ein Armutszeugnis wie die Tatsache, dass Frauen kaum in Führungspositionen vertreten sind. Darüber wollen wir nicht nur diskutieren, sondern auch Lösungen suchen: Für mehr Frauen in Vorstän¬den, Aufsichtsräten, Chefetagen und an Lehrstühlen. Bei gleichem Lohn für gleiche Arbeit.
Arbeitsmarkt
Bezahlte Arbeit bedeutet nicht nur Einkommen für die Menschen, sondern auch und gerade gesellschaftliche Teilhabe. Arbeit soll sich lohnen, deshalb sind Mindestlohn, Mindesthonorare und eine entsprechende soziale Absicherung sind unabdingbar. Bezahlte Arbeit ist ein Grundrecht und ist deshalb gerechter zu verteilen. Wir wollen uns u.a. damit beschäftigen, soziale Leitplanken für diejenigen zu entwickeln, die keinen Zeitlohn erhalten (Zeilenhonorar, Putzleistung nach Quadratmetern u.ä.)
Wachstum
Wir haben uns daran gewöhnt, zu hören: nur Wachstum sichert Einkommen und Wohlstand. Aber viele Menschen sind überzeugt: dies ist eine Ideologie, die zum Ausverkauf unserer Lebensgrundlagen führt. Im LAK werden wir diese Ideologie hinterfragen und Konzepte auf der Basis einer Werteorientierung entwickeln bei denen wir Grüne Ziele an die erste Stelle setzen, um damit die Wachstumsideologie ablösen zu können.