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20. Mai 2011

Massentierhaltung bringt die Natur an die Grenzen der Aufnahmefähigkeit

Anlässlich des Besuches in der Gemeinde Hohenthann im Landkreis Landshut erklärt Dr. Thomas Gambke, Mitglied des Bundestages und Abgeordneter des Wahlkreises Landshut-Kelheim:

"Die Massentierhaltung hat die Natur offensichtlich an die Grenzen der Aufnahmefähigkeit gebracht," resümierte der Bundestagsabgeordnete die Informationen über die zunehmende Belastung des Trinkwassers durch die Ausbringung von Gülle aus der Schweinemast auf dem Gemeindegebiet. Der Bürgermeister der Gemeinde Hohenthann Peter Dreier beklagte dabei die erst kürzlich durch ein Gerichtsurteil nochmals verschlechterte rechtliche Situation der Kommunen: "Die Gemeinde hat bei der Genehmigung von Mastställen und anderen Bauvorhaben kaum noch Mitwirkungsmöglichkeiten bzw. keinerlei Mitspracherecht mehr." Die Schweinemast ist in der Gemeinde bei geschätzten 60.000 Mastschweinen klar ein Thema. Die Privilegierung im Baugesetzbuch lässt dabei kaum Eingriffsmöglichkeiten vor Ort zu. Gambke sagte zu, dass er sich in Berlin parteiübergreifend für ein Mitentscheidungsrecht der Kommunen einsetzen werde.

Bürgermeister Dreier

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Siarhei Sirotka, derzeit Stipendiat im Büro Gambke, zusammen mit Bürgermeister Peter Dreier und Dr. Thomas Gambke

Auch die Verwendung der Gülle in Biogasanlagen sei eine Alternative. "Hier werde ich prüfen, in wie weit die jetzigen Regelungen im Erneuerbaren Energie Gesetz (EEG) zu dem "Güllebonus" ausreichen, " sicherte der Wahlkreis-Abgeordnete dem Bürgermeister zu. Gambke lies aber auch kein Zweifel daran, dass er insgesamt dem Kreislauf des Importierens des Sojafuttermittels aus Entwicklungsländern, der Schweinemast in Niederbayern und den anschließendem Export des Fleisches kritisch gegenüber stehe. "Wir brauchen eine echte, regionale Kreislaufwirtschaft und keine globale Vernetzung für unsere Ernährung", so der MdB. Er wies aber auch darauf hin, dass die Landwirte nur im verständlichen eigenen wirtschaftlichen Interesse handeln. Die Förderung müsse eindeutig im Sinne regionaler Kreisläufe und ökologischem Anbau  geändert werden.

Der Ausbau der Windkraft war ein weiteres großes Thema. Entsprechend seiner Überzeugung "Global denken, lokal handeln" stellte Gambke seine Forderung "100 Windräder in Niederbayern" vor und fragte den Bürgermeister nach geeigneten Standorten in der Gemeinde Hohenthann. Ziel sollte sein, den Bedarf der privaten Haushalte mit regenerativen Energien in der Gemeinde zu decken. Bürgermeister Dreier hat bereits geplant, das Thema Windkraft im Gemeinderat zu besprechen. Auch auf der Bürgermeisterversammlung, deren Vorsitzender Peter Dreier ist, soll das Thema behandelt werden.

"Die Gespräche mit den lokalen und regionalen Mandatsträgern sind enorm wichtig, um die politischen Ebenen miteinander noch besser zu vernetzen," stellte der grüne Abgeordnete zusammenfassend fest. Der Hohenthanner Bürgermeister begrüßte die Initiative des MdB ausdrücklich: "Die Gemeinden haben oftmals die Auswirkungen der Berliner Entscheidungen zu tragen, ohne eine Einwirkungsmöglichkeit zu haben, zum Beispiel bei den explodierenden Kosten im Sozialbereich."

 

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