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14. März 2011

Japan vor einer nuklearen Katastrophe

Zur Situation in Japan nach dem verheerenden Erbeben und der katastrophalen Entwicklung in mehreren Atomkraftwerken erklärt Dr. Thomas Gambke, MdB, Bündnis 90/Die Grünen:

Mein tiefes Mitgefühl verbindet mich in diesen Stunden und Tagen mit den Menschen in Japan. Zwei Jahre habe ich am Anfang des Jahrhunderts in diesem wunderbaren Land gelebt. In meinem damaligen Wohnort Ashiya nur ein paar Kilometer entfernt von Kobe konnte ich die vielen Wunden des verheerenden Erdbebens von 1995 erkennen. Wie schlimm müssen nunmehr die Trauer um den Verlust von Angehörigen und die Bestürzung der Menschen aufgrund der vielen Zerstörungen sein, die das Erdbeben und der verheerende Tsunami hinterlassen haben.

Ganz besonders empfinde ich mit bei den Ängsten der Menschen vor der Bedrohung durch die außer Kontrolle geratenen Atomreaktoren und hoffe inständig, dass es Technikern und Experten gelingen möge, die Konsequenzen aus der Havarie so weit wie möglich zu begrenzen. Ich hoffe mit vielen Japanern, dass das Wetter weiterhin gnädig sein wird und die radioaktiven Substanzen auf das offene Meer hinausgetragen werden und die umliegende Gegend verschont wird.

Der Vorfall zeigt, dass selbst eine hochtechnisierte Gesellschaft wie die japanische nicht in der Lage ist, die Atomkraft unter allen Umständen zu beherrschen. Wir müssen angesichts der nicht auszuschließenden Möglichkeit von Havarien konsequent und so schnell wie irgend möglich aus der Kernenergie aussteigen. Wir haben erkannt: Das Versprechen, mit der Kernenergie eine Lösung der Energiefrage zu bekommen, kann nicht eingelöst werden.

Wir erwarten, dass die Befürworter der Verlängerung der Kernenergie in Deutschland jetzt noch einmal ihre Entscheidung zur Verlängerung der Laufzeiten überdenken. Wir müssen raus aus der Atomkraft. Und wir sollten damit sofort beginnen bei den sieben ältesten Reaktoren. Morgen schon können wir Isar 1 vom Netz nehmen.

 

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