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Zur Veröffentlichung des Gutachtens des Umweltbundesamts "Ausbaukonzeption für einen leistungsfähigen Schienengüterverkehr in Deutschland" vom 12. August 2010 erklärt Dr. Thomas Gambke, MdB, Bündnis 90/Die Grünen:
Die Bedeutung der Elektrifizierung der Bahnstrecke Hof-Regensburg macht die aktuelle Studie des Umweltbundesamts deutlich. Diese bewertet die Strecke als eine von sechs wichtigen Schienenkorridoren für den Güterverkehr. Das Gutachten macht hinsichtlich der Strecke Hof-Regensburg klar, dass sich der volle Nutzen des Korridors erst entfalten könne, sobald der durchgehende elektrische Betrieb möglich sei. Der entstehende Korridor soll zur überlasteten Nord-Süd- Route über Hannover und Würzburg eine Alternative darstellen und eine optimale Anbindung nach Südosteuropa herstellen.
Das Fazit der Studie lautet: "Ein Investitionsprogramm von etwa 11 Milliarden Euro würde das Schienennetz binnen 15 bis 20 Jahren in die Lage versetzen, die Verkehrsleistung des Schienengüterverkehrs zu verdoppeln und die Erfolgsstory des Schienenpersonennahverkehrs fortzuschreiben." Die Studie unterstreicht die Forderung der Grünen, vernünftig Prioritäten zu setzen und Verkehr von der Straße zu nehmen. Diese Verlagerung muss konsequent umgesetzt werden, statt mit einzelnen und sündhaft teuren Projekten wie "Stuttgart 21", Ulm-Wendlingen und Nürnberg-Erfurt-Leipzig 11 Milliarden zu verheizen.
Allerdings muss dabei stärker der einzelne Bürger ins Blickfeld gerückt werden. Dies kommt im Gutachten eindeutig zu kurz. Mehr Schienenverkehr bedeutet immer auch mehr Lärmemissionen, vor denen die Bürgerinnen und Bürger geschützt werden müssen. Dies muss bereits fester Bestandteil der Planungen sein.
Und: Der Güterverkehr darf nicht zu Lasten eines gut ausgebauten Personennah- und –fernverkehrs gehen. Eine "vorsichtige Reduzierung des Schienenpersonennahverkehrs" beispielsweise auf der S‑Bahn-Strecke Nürnberg — Neumarkt, wie im Gutachten angeregt, lehne ich strikt ab.